Kunsthaus Stove

Das Kunsthaus Stove ist ein historisches Backsteinhaus aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Es wurde von 2013 bis 2015 umfassend ökologisch saniert. Die Wände sind mit Lehm verputzt. Wandheizungen sorgen für ein behagliches Klima. Das Atelier wurde 2016 als Strohballenhaus errichtet, mit einer Förderung des EU-Programms LEADER. Nach Absprache können Sie gern das Atelier während Ihres Aufenthalts im Kunsthaus Stove nutzen. Der Künstler Thought Raven hat die Gebäude mit dem Garten zu einer Raumskulptur verbunden. An den Wegen zeigen sich Bäume, Skulpturen, eine Kräuterschnecke, Krater- und Hügelbeete. Der Skulpturengarten ist öffentlich zugänglich und wird vom Verein Meerkultur e. V. biologisch bewirtschaftet. Im Haupthaus befinden sich 4 Ferienunterkünfte mit jeweils einem eigenen Bad mit Dusche oder Badewannde und jeweiils einer modernen neuen Küche bzw. Küchenzeile.

Anfrage / Buchung

 

 

Kunststipendium Ostsee 2018/2019

Insgesamt haben sich 152 Künstlerinnen und Künstler für das Kunststipendium Ostsee 2018 beworben. Die Jury hat sich aufgrund der sehr qualifizierten Bewerbungen mit der Auswahl schwer getan. Es hat insgesamt viel Zeit beansprucht, alle Bewerbungen zu sichten und eine Entscheidung zu treffen. Nach intensiver Diskussion hat der Vorstand des Vereins Meerkultur e. V. entschieden, in diesem Jahr statt einem nun drei Stipendien zu vergeben und dafür die nächste Ausschreibung erst in zwei Jahren vorzunehmen.

Die Preisträgerinnen der Ausschreibung zum Kunststipendium Ostsee stehen fest:
(in alphabetischer Reihenfolge)

Lisa Hoffmann
Kreativaufenthalt im Kunsthaus Stove im Dezember 2019

Gesa Reuter
Kreativaufenthalt im Kunsthaus Stove im Mai 2019, Ausstellung an Pfingsten 2019

Julia Vogel
Kreativaufenthalt im Kunsthaus Stove im Oktober 2019

Ende 2019 wird der Verein das nächste Kunststipendium OSTSEE ausschreiben. Das Stipendium wird für einen Aufenthalt ab Herbst 2020 vergeben werden.

Miriam Wurster

Kunststipendiatin Frühjahr 2021

Präsentation im Atelier – Foto J. Hofmann

10 große Grafiken „Zugvögel beobachten mich“

Am Anfang stand das Thema der Serie. Die Ostseeküste ist bekannt für schöne Natur und eine vielfältige Vogelwelt, viele Vogelbeobachtende zieht es deshalb hierher. Ich habe den Spieß mal umgedreht und mir vorgestellt, dass die Vögel ja auch uns beobachten könnten, bzw. es auch tun.
Daraus entstand die Überschrift „Zugvögel beobachten mich“.
Wenn ich auf Reisen bin, erkunde ich gern die Gegend und halte das zeichnerisch oder auch textlich fest. Mit dem Vogelthema war dazu eine gute Grundlage gelegt.
Schon seit längerem habe ich den Plan, analog und sehr groß zu zeichnen, durch das Stipendium im Atelier des Kunsthaus Stove hatte ich nun die Möglichkeit dazu.
Bei meinen nachmittäglichen Erkundungen hatte ich bereits im Hinterkopf, nach einem Motiv Ausschau zu halten, das mir reizvoll erschien, um es mit Pinsel und Tusche auf 70x100cm zu zeichnen. Oft waren es am Ende nur ganz kleine Momente oder unscheinbare Orte, wie der kurvige Radweg zwischen Stove und Blowatz eine Regenphase im Buswartehäuschen oder ein (angeblich spektakulärer) Fahrradunfall.
Die ersten Motive waren zuerst linear gezeichnet, später begann ich dann, die Strukturen, die ich benötigte, um die Vogelperspektive darzustellen, mehr auszuarbeiten. Den Getreideturm von Rostock zum Beispiel, habe ich grafisch fast komplett nachgemauert.
Das Groß zeichnen bedeutete, die Waage zu finden zwischen Kontrolle und mutigem Duktus, durchgehend konzentriert zu sein, ohne zu verkrampfen. Auch die Tagesform entscheidet die Qualität des Strichs.

wurster-cartoon-blog.de

Beate Spitzmüller

Im Atelier konnte ich sofort und konzentriert arbeiten. Ich beschäftige mich mit Bewegung und Rhythmus,  Zeit und Raum. Für die künstlerische Umsetzung verwende ich verschiedene Medien. Dabei ist das Zeichnen ein wesentliches Element. So konnte ich auch während meines Arbeitsaufenthaltes im Kunsthaus Stove meine Zeichnungen weiterentwickeln, Zeit und Rhythmus sichtbar machen und mit zusätzlichen Elementen wie die der bildgebenden Projektion verbinden.
Beate Spitzmüller
www.beate-spitzmueller.de

 

Alessandra Tudisco

Alessandra Tudisco aus Palermo ist Stipendiatin und hat im Januar 2021 im Kunsthaus Stove gearbeitet:


Un mese prima della partenza, ho spedito a Stove uno scatolone colmo di miei lavori stracciati e sono partita con l’unica e semplice idea di conservare l’energia di quella pittura buttandone il formalismo. Accordare l’energia ormai dissonante e anacronistica a quella attuale.

In seguito è avvenuto il lavoro di macerazione della carta, che rappresentava una morte pilotata verso una nuova vita. Ma la materia si è ribellata alla mia imposizione e mi ha risucchiata.

Se in un primo momento volevo imporre la mia idea di nuovo, poi sono stata annichilita dalla stessa materia che stavo plasmando. Questa nuova vita si è manifestata a dispetto e contro di me, che non sono affatto artefice e generatrice di nuovo. Ma piuttosto è stato dal caos del vecchio ordine che è nato un nuovo assoluto ancora per me incomprensibile. Mi sento come se questi fogli si fossero formati da soli, senza darmi alcun ascolto, posizionandosi a loro piacimento, mentre io ero ancora protetta e vestita da quel passato che ho ucciso e che mi ha ucciso.

Ho partecipato a questa resurrezione, come se fossi più materia della carta stessa, in balia della sua forza nascente.

Sono divenuta una sorta di deus sacrificalis, lacerata nel buco tra il vecchio e il nuovo, scollata dalla mia stessa esistenza. Ho vissuto sul corpo l’esperienza della dissociazione.  Solo allora mi sono poggiata al suolo cercando il sostegno della terra, sottomessa all’incognito, pronta ad auto partorirmi ed essere madre della mia stessa resurrezione. Sono simultaneamente potenza generatrice e nuovo assoluto e finalmente mi allontano da quel doloroso e necessario oblio di me, divenuto cosciente.


Übersetzung ins Deutsche von Leslie Valeska Schillen:

Einen Monat vor der Abfahrt habe ich einen großen Karton nach Stove geschickt, der bis oben hin gefüllt war mit meinen zerrissenen Arbeiten. Aufgebrochen bin ich mit der einzigen und einfachen Idee, durch das Abwerfen der steif gewordenen Form die Energie dieser Bilder zu erhalten; die mittlerweile dissonante und überholte Energie anhand der aktuellen nachzustimmen.

Daraufhin folgte das Aufweichen des Papiers, ein Tod, in Richtung eines neuen Lebens. Aber die Materie hat sich meinem Befehl widersetzt und mich aufgesogen.

Als ich in einem ersten Moment versuchte, meine Idee durchzusetzen, wurde ich von der Materie, die ich dabei war zu formen, vernichtet. Das neue Leben hat sich ohne mein Zutun und gegen mich manifestiert, ich bin keineswegs Herstellerin und Schöpferin von Neuem. Viel eher ist das neue Ganze, das für mich noch unverständlich war, aus dem Chaos der alten Ordnung geboren. Es fühlt sich an, als hätten sich diese Blätter von alleine formiert, ohne mir im geringsten Gehör zu schenken. Sie ordneten sich nach ihrem Belieben an, während ich noch von der Vergangenheit geschützt und bekleidet war, die ich umgebracht habe und die mich umgebracht hat.

Ich habe diese Auferstehung erlebt, als wäre ich Materie des Papiers selbst, in der Gewalt seiner gebärenden Kraft.

Ich bin eine Art sich opfernde Göttin geworden, gerissen in das Loch zwischen dem Alten und dem Neuen. Ausgeschnitten aus meiner eigenen Existenz. Ich habe mit meinem Körper eine Spaltung durchlebt. Erst jetzt spüre ich wieder Boden unter meinen Füßen, suche den Halt der Erde, dem Unbekannten ergeben, bereit mich selbst zu gebären und die Mutter meiner eigenen Auferstehung zu sein. Ich bin ebenso die erschaffende Kraft wie das neue Ganze und endlich entferne ich mich von dem schmerzhaften und notwendigen Verlieren meiner selbst, das nun bewusst geworden ist.


Etappen der Arbeit im Atelier. Die fertigen Bilder werden in der Pfingsausstellung 2021 gezeigt.

Manuela Mordhorst

„Vom ersten Augenblick an fühlte ich mich im Kunsthaus Stove wohl. Es ist eine Oase, allein schon durch die liebevolle und hochwertige Gestaltung des Hauses und der Ferienwohnungen, den Skulpturengarten und das wundervolle Atelier. Nicht zuletzt auch durch die freundliche Betreuung. Für meine Arbeit im Atelier fand sich genügend Inspiration in der aktuell winterlich verschneiten Natur. Man kann wunderbar die Gegend erkunden, Strandspaziergänge unternehmen und Städte besichtigen. Für mich bot die Umgebung ein Füllhorn an künstlerischer Inspiration, die mich 3 Wochen im Atelier zu fesseln vermochte. Dieses ist groß und komfortabel eingerichtet und bietet auch genau den Platz, den man zur Entfaltung benötigt. Ein beschaulicher und harmonischer Ort, der gewiss auch zu anderen Jahreszeiten seine Faszination ausübt.“
Manuela Mordhorst, Februar 2021

W: www.manuela-mordhorst.de
Blog: https://manuelamordhorstblog.wordpress.com/
Instagram: https://www.instagram.com/lebensbilder1970/

Murte Liebenberg

Artist in residence Januar 2021
Ich habe meine Zeit im Kunsthaus Stove als aufbauend für meine künstlerische Arbeit erlebt. Die freundliche Betreuung, das angenehme Ambiente und nicht zuletzt die Natur haben mich reich versorgt. In meiner Arbeit galt mein besonderes Interesse dem Licht.
Murte Liebenberg

www.murte.de
IG: murtejulia
www.gedok-hamburg.de
www.unseensketchbooks.co.uk
www.kunstraum-tosterglope.de

 

 

Petra Grupp

„Das Kunsthaus Stove ist ein echtes Kleinod mit seinem ganz besonderen Skulpturengarten und seiner Vielfalt an Pflanzen. Im ruhige Atelierhaus lässt es sich herrlich kreativ arbeiten und die geschmackvollen Ferienwohnungen sind ein herrliches Domizil auf Zeit. Überall ist das große Engagement und die Liebe fürs Detail zu entdecken. Danke für die herzliche und offene Gastfreundschaft.“ Petra Grupp

Kunststipendium OSTSEE 2020/21

Die Entscheidung ist gefallen.

Es sind insgesamt 271 Bewerbungen eingegangen. Auf Grund der für Künstlerinnen und Künstler momentan sehr schwierigen Situation hat der Verein sich entschieden, für den Zeitraum 2021 bis Ende 2022 insgesamt 11 Aufenthaltsstipendien für zwei bis 4 Wochen zu vergeben.

In alphabetischer Reihenfolge:
Alessandra Tudisco
Andrea Ziegler
Barbara Duisberg
Betty Wirtz
Line Hübotter
Miriam Wurster
Nicole Bellaire
Petra Grupp
Silke Rath
Ute Wennrich
Walter Dohmen

 

Mailart 2020 Dokumentation „Il faut cultiver notre jardin“

Hier ist die (digitale) Internetdokumentation. Die (analoge) Ausstellung verzögert sich etwas, da im September/Oktober das Atelier noch durch unser Projekt „Skulpturenweg“ besetzt war. Es wurden dort die Klinkerskulpturen der Künstlerin Dörte Michaelis provisorisch aufgebaut, bevor sie vor Ort entlang des 15 km Weges gemauert wurden. Danach wurden öffentliche Veranstaltungen durch die Regierungen verboten, so dass wir nun auf freiere Zeiten warten müssen.
This ist the digital documentation. The analogous exhibition will take place later.

Sommergalerie im Kunsthaus Stove

Skulpturen und Papierbilder des Künstlers Thought Raven

Ausstellung und Verkauf am Samstag, den 1. August 2020 von 14-18 Uhr, weitere Termine folgen.

Das Kunsthaus Stove öffnete die Türen für eine Sommergalerie am Samstag, den 1. August von 14 bis 18 Uhr. Zu sehen gab es Papierbilder und Skulpturen des Künstlers Thought Raven zu den Themen Bewegung und Raum. Auch der Skulpturengarten lädt währenddessen zu einem Rundgang ein.
Der Eintritt ist frei.

 

Kunsthaus Stove, Niendorfer Weg 2, 23974 Stove  www.ostseekreativ.de
Pressekontakt: Katharina Schillen Mobil 0176 24311976