Alle Artikel von Meerkultur

Sabrina Binek

Vierzehn Tage im Kunsthaus Stove

Vierzehn Tage Leben und Schreiben in einer anderen Welt.
Die Ruhe, durchbrochen vom Hahnenschrei und Möwengesang.
Frische. Frische Luft, Natur und Weite.
Das Meer, das Salzhaff vom Schreibtisch aus zu erahnen.
Ein wundersamer Zaubergarten mit genug Raum (und gutem WLAN) zum Schreiben.
Immer etwas zu Beobachten. Großartige Inspirationen.
Ruhe. Gedanken und Ideen sammeln. Kraft tanken.
Interessante Bekanntschaften mit anderen Künstlerinnen.
Aufmerksamen und sorgsame Gastgeberinnen.
Immer gern wieder.
Herzliche Dank.

Sabrina Binek, Schriftstellerin aus Berlin

Brigitte Klick

Videoaufnahme von Carla Botzenhardt

Artist in residence Juni 2026

Auch ich war im Juni 2026 im Kunsthaus Stove, zusammen mit Carla (siehe vorherigen Beitrag). Mit meinem gebrochenen Fuß war mein Bewegungsradius ziemlich eingeschränkt. Umso dankbarer war ich, wenigstens den wunderschönen Garten genießen zu können. Überall gab es lauschige Sitzplätze – halbschattig oder sonnig, ganz wie man es gerade brauchte.
Für meine Malerei hatte ich mir kein konkretes Thema vorgenommen und tat mich zunächst etwas schwer, ins Arbeiten zu kommen. Möglicherweise lag das gerade an meiner eingeschränkten Beweglichkeit – der Schwung fehlte mir ein wenig. Doch die üppige Gartenpracht und die langen, sonnigen Tage führten mich nach einigen ersten Skizzen schließlich doch zur abstrakten Malerei. Das klare Licht der ausdauernden Sonne zog sich dabei mit der Farbe Gelb wie ein „roter“ Faden durch meine Arbeiten.
Das Atelier bot ausreichend Platz für uns beide. Carla und ich kannten uns bereits seit längerer Zeit aus Berlin und von gemeinsamen Ausstellungen. Wie vermutet harmonierten wir auch beim gemeinsamen Arbeiten sehr gut.
Gern erinnere ich mich an die stillen Arbeitszeiten, an die Stunden im Liegestuhl im Garten mit guten Gesprächen und an die Ausflüge, die wir trotz meines Fußes mit Ruftaxi, Bus und Bahn unternahmen. Für uns verwöhnte Städter waren sie manchmal durchaus abenteuerlich, aber immer vergnüglich. Besonders Schwerin hat es mir angetan.
Diese Zeit wird nachwirken – sowohl in meiner künstlerischen Arbeit als auch durch die Ruhe, die wir dort erleben durften.
Ein besonderer Dank gilt Ida und Elisa, die den Garten mit den wunderbar passenden Holzarbeiten von Thought Raven in ein kleines Paradies verwandelt haben und uns ausgezeichnete Gastgeberinnen waren.
Wer weiß – vielleicht wiederhole ich das eines Tages noch einmal.
Herzlich
Brigitte

Zu meinen Arbeiten:

Die Eindrücke dieser Zeit spiegeln sich auch in meinen Bildern wider. Ausgangspunkt waren zunächst gegenständliche Arbeiten. Im weiteren Malprozess löste ich mich jedoch immer mehr von der sichtbaren Form. Der sonnige Garten ist in den Bildern nicht mehr als Motiv präsent, wohl aber als Erfahrung.
Ich arbeite hauptsächlich mit Acrylfarben auf Leinwand, bevorzugt im Format 80 × 80 cm, ergänzt durch Stifte und Kreiden. Im Mittelpunkt meiner abstrakten Malerei steht das Zusammenspiel der Farben. In vielen Schichten entstehen Spuren und angedeutete Formen – Ausdruck von Stimmungen und Wahrnehmungen, die ich während des Malprozesses erfahre.
(Carla hat Impressionen von zwei dort entstandenen Arbeiten im Video aufgenommen. – s. oben)

Carla Botzenhardt

Scivias-Schriftkreise

Im Juni 2026 durfte ich für dreieinhalb Wochen zu Gast im Kunsthaus Stove sein. Es ist ein inspirierender Ort, der bezaubert und an dem man jeden Tag neue Entdeckungen macht.

Der Skulpturengarten war für mich eine wichtige Inspirationsquelle für die Arbeit an den Scivias-Schriftkreisen, die ich kalligraphisch mit Texten von Hildegard von Bingen gestaltet habe. Dabei habe ich auch das von ihr erfundene Alphabet, die Litterae Ignotae, verwendet. Das Atelier wurde zu meinem Skriptorium. Dort habe ich mich intensiv mit den Texten aus dem Scivias auseinandergesetzt, Hildegards erster und wohl bekanntester theologischer Schrift.

Sich dem lateinischen Original Wort für Wort zu widmen, war eine bereichernde Erfahrung. Einen Text immer wieder zu kopieren, schafft eine besondere Vertrautheit mit zunächst unvertrauten Inhalten und eröffnet neue Zugänge zu ihnen. Scivias bedeutet „Wisse die Wege“ – ein Titel, der wunderbar zu den Wegen im Garten passte. Die Ruhe dieses Ortes und seine enge Verbundenheit mit der Natur haben wesentlich zum Gelingen meiner Arbeit beigetragen.

Ich bin dankbar, dass ich dort als Stipendiatin arbeiten durfte. Die in dieser Zeit gewonnenen Erfahrungen wirken nach und werden mich noch lange begleiten. Mit neuen Ideen, einer reichen Ernte an Eindrücken und fertigen Arbeiten bin ich nach Berlin zurückgekehrt.

Carla Botzenhardt
Buchstabenkunst – Schrift – Workshops
Homepage: carlabo.de
Instagram: www.instagram.com/skribule/

Kultursommer im Kunsthaus Stove 2026

In diesem Jahr findet erstmalig das Projekt Kultursommer im Kunsthaus Stove statt. Dabei ist das Kunsthaus Stove mit dem Skulpturengarten sowohl als Veranstaltungsort als auch als Ausgangsort für kulturelle Aktivitäten in der näheren Umgebung und insbesondere rund um
den Skulpturenweg am Salzhaff zu verstehen. Die 10 Skulpturenstationen, die unser Verein 2020 geschaffen hat, bilden ideale Ziel- und Verbindungspunkte, die insbesondere dazu einladen, die Schönheit und Besonderheit der Landschaft künstlerisch zu entdecken und zu erfassen.

Auftakt an Pfingsten

AUSSTELLUNG

Geformt oder geborgen?
Holzskulpturen und Bilder von Thought Raven in Atelier und Garten

Pfingstsamstag, 23. Mai, 14 – 17 Uhr, Vernissage um 17 Uhr
Pfingstsonntag, 24. Mai, 11 – 17 Uhr
Pfingstmontag 25. Mai, 11 – 13 Uhr

GARTENKONZERT UND LESUNG

Gartenkonzert mit Leslie Valeska Schillen, Klarinette, und Marlene Krönke, Querflöte,
Gedichte, gelesen von Katharina Schillen
Pfingstsonntag, 24. Mai, 15 Uhr

LUNA YOGA im Atelier

jeweils Pfingstsonntag und Pfingstmontag von 9 bis 10 Uhr

Fotografiewerkstatt mit Emilia Huppenberger

Vorläufiger Zeitplan:
Montag, 25. Mai: 17 – 20 Uhr: Ablaufberatung, Austausch und erste fotografische Erkundungen.
Dienstag, 26. Mai: 10 – 12 Uhr, 13 bis 17 Uhr, 18 bis 20 Uhr: Unterricht.
Mittwoch, 27. Mai: 10 – 12 Uhr, 13 bis 17 Uhr, 18 bis 20 Uhr: Unterricht.
Donnerstag, 28. Mai: 10 – 12 Uhr Werkschau und Abschlussberatung.


Fotografie ist nicht nur ein Handwerk, sondern ein Denken mit dem Blick. Sie ist ein Dialog zwischen dem, der sieht, dem, was gesehen wird, und dem Moment, der entschieden wird. Ein Bild entsteht nicht einfach – es ist die Verdichtung von Wahrnehmung, Entscheidung und Perspektive. In diesem Workshop erkunden wir, wie Fotografie unsere Wahrnehmung formt und uns lehrt, die Welt nicht nur zu betrachten, sondern bewusst wahrzunehmen.
Der Akt des Sehens: Wer fotografiert, wählt nicht nur, was sichtbar wird, sondern auch, wie die Welt erscheinen darf. Jeder Blick ist ein Akt der Aufmerksamkeit, jede Komposition eine Entscheidung, Realität in der eigenen Wahrnehmung zu strukturieren. Fotografie ist das bewusste Einfangen eines Moments, in dem die flüchtige Wirklichkeit zur Erfahrung wird. Ein Bild ist kein Abbild der Welt – es ist die Welt, wie sie in der Wahrnehmung des Betrachters erscheint.
Die Kamera als Vermittlerin: Die Kamera ist nicht neutral. Sie ist Werkzeug und Spiegel zugleich: Sie formt, was wahrgenommen wird, und macht sichtbar, was im Blick des Fotografen entsteht. Sie hält die Spannung zwischen Moment und Wahrnehmung, zwischen Realität und Perspektive, zwischen Erleben und Abbild. Fotografie ist damit immer Interpretation – ein Ort, an dem subjektive Wirklichkeit Gestalt annimmt.
Die Philosophie des Bildes: Fotografie ist ein Prozess der Wahrnehmung. Anders als im Alltag, wo wir zuerst sehen und dann urteilen, zwingt sie uns, zuerst zu wählen: Welche Perspektive setzen wir? Welchen Moment halten wir für bedeutend? Ein Bild offenbart nicht die Welt an sich, sondern die Art, wie wir sie wahrnehmen – unsere Erfahrung, unsere Aufmerksamkeit, unsere innere Ordnung.
Wahrnehmung als Macht: Jeder Akt des Fotografierens ist ein Akt der bewussten Wahrnehmung. Er reflektiert, wie wir die Welt erleben, welche Details uns auffallen, welche Momente wir für essenziell halten. Fotografieren bedeutet, die Realität nicht nur zu registrieren, sondern sie in der eigenen Wahrnehmung zu entfalten, sichtbar zu machen und zu teilen.
Was wir in dieser Fotografiewerkstatt lernen:
* Die eigene Wahrnehmung zu schärfen: bewusst hinschauen, Details entdecken und Entscheidungen treffen
* Den Moment bewusst einzufangen: lernen, wann und wie ein Bild entsteht
* Perspektiven auszuprobieren: wie unterschiedliche Blickwinkel eine Szene verändern
* Den eigenen Blick sichtbar machen: Bilder gestalten, die zeigen, wie wir die Welt erleben
* Mit einfachen Übungen erleben, wie Fotografie Wahrnehmung verändert und neue Blickwinkel eröffnet.
Fotografie wird so zu einer Übung der Wahrnehmung: Wir lernen, die Welt nicht nur zu dokumentieren, sondern sie in ihrer Tiefe zu erfahren – als Spiegel unserer eigenen Perspektive und als Einladung, sie immer wieder neu wahrzunehmen.

Die Teilnahme ist kostenfrei, für Imbiss und Getränke in den Pausen bitten wir um eine Spende. Bitte Handy oder Kamera mitbringen. Da wir zum Fotografieren auch unterwegs auf dem Skulpturenweg am Salzhaff sind, bitte geländetaugliche Schuhe und wetterangepasste Kleidung tragen.
Wir bitten um Anmeldung (Vor- und Zuname, Anschrift, Telefonnummer) per Email an: post@kunsthaus-stove.de

WEITERE KULTURSOMMER PROJEKTE

Geplant sind noch folgende Projekte:

Linolschnitt und Luna Yoga
Mit Luna Yoga-Übungen werden spielerisch neue Bewegungen des eigenen Körpers entdeckt und die positive und kreativitätsanregende Erfahrung in einem gestalterischen Projekt mit der einfachen Drucktechnik des Linolschnitts umgesetzt. Morgens und abends Yogatraining im Atelier, im Garten oder an anderen schönen Orten. Nachmittags Linolschnitt im Atelier mit dem Ziel jeweils eine Kunstpostkartenserie herzustellen.

Improvisationstanz
Tanz als Schulung des Hörens. Wie kommt die Musik in den Körper? Welche tänzerischen
Ausdrucksmöglichkeiten bieten Takt, Rhythmus, Melodie, Gesang, Phrasierung, die verschiedenen Ebenen und sonstigen Besonderheiten eines Musikstücks. Mit der Bewegung wird die Fähigkeit des Hörens trainiert, um damit zu individueller tänzerischer Improvisation zu gelangen.

Kreative Nähwerkstatt (2 x)
Vom Entwurf bis zum fertigen Kleidungsstück oder einem anderen Textilkunstwerk. Es geht darum, von der Entwurfsidee über die Schnitt-, Stoff- und Nähmaschinenkunde mit den verschiedenen nähtechnischen Raffinessen umzugehen und ein kleines Textilkunstwerk zu schaffen, das nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch alltagstauglich und/oder tragbar ist. Um das angestrebte Ergebnis realistisch zu schaffen, werden zwei Kreativwerkstätten geplant.

Kalligraphie
Mehr als die Kunst des schönen Schreibens. Es gibt unzählige Möglichkeiten der Schriftgestaltung: Kombinieren, collagieren, vergolden, prägen, verzieren… Ein wesentliches Thema dabei wird die Verbindung mit malerischen und grafischen Elementen sein, die eine illustrative Bedeutung für die gewählten Textinhalte bekommen.

Schreibwerkstatt
Hier entstehen eigene Geschichten und Gedichte. Es werden kreativitätsfördernde Methoden,
Inspirationsquellen, Tipps und Tricks vermittelt, auch um Schreibblockaden zu überwinden, und erste Schreibentwürfe gemeinsam diskutiert. Im Ergebnis wird die eigene Gedankenwelt und Fantasie in einen Text transformiert.

Gartenkunst
Die Anordnung der Pflanzen, Bäume und Skulpturen im Skulpturengarten am Kunsthaus Stove schafft Wohlfühlräume im Freien und vielfältige Inspiration für unterschiedliches künstlerisches Schaffen. Gleichwohl ist das Gesamtkunstwerk Garten fragil. Unter garten- und baumfachlicher Anleitung werden Maßnahmen zur genauen Beobachtung, Pflege und zum Schutz erörtert und umgesetzt.

Zeichnend unterwegs
Mit Stift und Zeichenblock werden einzelne Stationen des Skulpturenwegs erkundet. Zeichnen und Malen, auch von sich bewegenden Motiven, ist einfacher als oft geglaubt, wenn man weiß, wo und womit man anfängt. Mit ein paar Tricks lässt es sich innerhalb weniger Tage trainieren.

Für das Projekt KULTURSOMMER IM KUNSTHAUS  STOVE 2026 haben wir Fördermittel beim Bürgerfonds und beim Landkreis NWM beantragt. Sobald uns die Entscheidung vorliegt, werden die Projekte mit den Zeiten und Namen der DozentInnen konkretisiert. Bis dahin bitten wir um Geduld.

LEIDER WURDE UNSER HAUPTFÖRDERANTRAG BEIM BÜRGERFODS MV NICHT BEWILLIGT, DAS WURDE UNS LEIDER ERST SEHR SPÄT MITGETEILT. ALS GENANNT, DASS DAS BUDGET AUSGESCHÖPFT SEI.

Wir versuchen, das Programm im nächsten Jahr gefördert zu bekommen.

 

Katina Georgoulas

Impressionen meines Kunst-Studienaufenthalt in Stove 2026

Vogelgezwitscher, Sonne, der inspirierende Garten , die kreative Ausstrahlung dieses Ortes entfaltet sich jeden Tag mehr und nimmt mich mit in die Entspannung.
Es ist ein Geschenk, in dieser Stille und fern ab von Hektik und Ablenkung jeden Tag zu malen.
Das Wohnhaus empfängt mich mit viel Wärme, so wie auch die Gastgeberinnen Ida Schillen und Elisa Rodé, die jetzt in der etwas kühlen Frühlingszeit den Skulpturen- Garten herrichten.
Meine Arbeit im Atelier, welches sehr groß ist, wird durch diesen intensiven Arbeitsaufenthalt immer befreiter und drückt sich in malerischen, abstrakten Bildern auf Papier und Leinwand aus. Hier kann man große Formate bearbeiten, eine Idee, die mich begleiten wird.
Die Kraft dieses Ortes ist für mich eine tolle Erfahrung.

Katina Georgoulas
www.katina-georgoulas.de

Birgit Straub – 2025

Die Arbeitswoche hat mir sehr gut gefallen, und ich war auch zufrieden mit meinen Arbeiten, die ich im tollen Atelier so ungestört malen konnte.
Die Atmosphäre des Hauses, das ganze Ensemble mit dem wunderschönen Garten und das große Atelier empfinde ich zusammen mit der wunderbaren Gegend als sehr inspirierend. Die Landschaft und ihre Farben findet immer einen Nachklang in meinen Bildern.

Birgit Straub

www.birgit-straub.de

Marion Uphues-Klee

Eine Symbiose von Kunst, Kultur, Nachhaltigkeit und Inspiration

…ankommen, sich wohl fühlen zwischen Skulpturen und Bildern des Künstlers Thought Raven und einem ökologisch errichteten Atelierhaus, eingebettet in einem bezaubernden Garten – das war der Beginn meines knapp zweiwöchigen Aufenthaltes im Kunsthaus Stove.

Die Küstenlandschaft des Salzhaffs und die Ostseestrände entdecken und im großzügigen Atelier Pastelle, Aquarelle und Objekte zu erschaffen, prägte diese inspirierende Zeit. Ida Schillen und Elisa Rodé als Hauptakteurinnen der Vereins Meerkultur e.V. ermöglichen es, dass Künstler dieses besondere Haus und Atelier nutzen und genießen können. Nach einer intensiven Zeit war eine spontan organisierte Werkschau mit interessierten Gästen der Höhepunkt meines Aufenthaltes. Ein herzliches Dankeschön und eine klare Empfehlung an alle, die diesen wunderbaren Rückzugsort für eine kreative Zeit nutzen möchten.

Vielen lieben Dank
Marion Uphues-Klee