Videoaufnahme von Carla Botzenhardt
Artist in residence Juni 2026
Auch ich war im Juni 2026 im Kunsthaus Stove, zusammen mit Carla (siehe vorherigen Beitrag). Mit meinem gebrochenen Fuß war mein Bewegungsradius ziemlich eingeschränkt. Umso dankbarer war ich, wenigstens den wunderschönen Garten genießen zu können. Überall gab es lauschige Sitzplätze – halbschattig oder sonnig, ganz wie man es gerade brauchte.
Für meine Malerei hatte ich mir kein konkretes Thema vorgenommen und tat mich zunächst etwas schwer, ins Arbeiten zu kommen. Möglicherweise lag das gerade an meiner eingeschränkten Beweglichkeit – der Schwung fehlte mir ein wenig. Doch die üppige Gartenpracht und die langen, sonnigen Tage führten mich nach einigen ersten Skizzen schließlich doch zur abstrakten Malerei. Das klare Licht der ausdauernden Sonne zog sich dabei mit der Farbe Gelb wie ein „roter“ Faden durch meine Arbeiten.
Das Atelier bot ausreichend Platz für uns beide. Carla und ich kannten uns bereits seit längerer Zeit aus Berlin und von gemeinsamen Ausstellungen. Wie vermutet harmonierten wir auch beim gemeinsamen Arbeiten sehr gut.
Gern erinnere ich mich an die stillen Arbeitszeiten, an die Stunden im Liegestuhl im Garten mit guten Gesprächen und an die Ausflüge, die wir trotz meines Fußes mit Ruftaxi, Bus und Bahn unternahmen. Für uns verwöhnte Städter waren sie manchmal durchaus abenteuerlich, aber immer vergnüglich. Besonders Schwerin hat es mir angetan.
Diese Zeit wird nachwirken – sowohl in meiner künstlerischen Arbeit als auch durch die Ruhe, die wir dort erleben durften.
Ein besonderer Dank gilt Ida und Elisa, die den Garten mit den wunderbar passenden Holzarbeiten von Thought Raven in ein kleines Paradies verwandelt haben und uns ausgezeichnete Gastgeberinnen waren.
Wer weiß – vielleicht wiederhole ich das eines Tages noch einmal.
Herzlich
Brigitte
Zu meinen Arbeiten:
Die Eindrücke dieser Zeit spiegeln sich auch in meinen Bildern wider. Ausgangspunkt waren zunächst gegenständliche Arbeiten. Im weiteren Malprozess löste ich mich jedoch immer mehr von der sichtbaren Form. Der sonnige Garten ist in den Bildern nicht mehr als Motiv präsent, wohl aber als Erfahrung.
Ich arbeite hauptsächlich mit Acrylfarben auf Leinwand, bevorzugt im Format 80 × 80 cm, ergänzt durch Stifte und Kreiden. Im Mittelpunkt meiner abstrakten Malerei steht das Zusammenspiel der Farben. In vielen Schichten entstehen Spuren und angedeutete Formen – Ausdruck von Stimmungen und Wahrnehmungen, die ich während des Malprozesses erfahre.
(Carla hat Impressionen von zwei dort entstandenen Arbeiten im Video aufgenommen. – s. oben)













