Silvia Berger

Im Kunsthaus Stove, August 26

Es gibt Orte, da kommt man zum zweiten oder dritten Mal hin und sie fühlen sich vertraut an. Und es gibt Orte, die sind ein Zuhause vom ersten Schritt an, mit dem man sie betritt. So – für mich – das Kunsthaus Stove mit seinem Garten, in dem man sich Äpfel, Birnen und Beeren zum Frühstück pflückt. Ich habe noch keinen Ort erlebt, an dem ich mich vom ersten Augenblick an mit so ungebrochener Konzentration einem Projekt – hier Bilder, Zeichnungen, Texte einer sehr persönlichen Theologie – widmen konnten, unterbrochen nur von Spaziergängen und Fahrradfahrten in einer ruhigen/beruhigenden Landschaft mit weiten Blicken über Felder, Wälder und das Meer. Und man kehrt wieder zurück in die Räume, deren warm farbige Lehmwände einen wie ein Tuch umhüllen. Schlanke Skulpturen und Bilder von feiner Abstraktion sind die stillen Mitbewohner neben den Menschen, die man dort in Person trifft, im Haus, im Garten, für kurze Begegnungen oder auch einmal für intensiveren Austausch. Der Wunsch beim Abschied nach drei Wochen? Das Kunsthaus soll ein zweites, ein drittes Mal zum Zuhause werden.